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Kurzlebenslauf von Dr. Klaus Reinhardt

Dr. Klaus Reinhardt, General a. D.
ehem. Befehlshaber Alliierte Landstreitkräfte Europa Mitte,
geboren am 15.01.1941 in Berlin

 
 
 
 
 
 

Kindheit und Jugend verbrachte Klaus Reinhardt in Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald. Er besuchte das humanistische Gymnasium. Nach dem Abitur 1960 wurde er Rekrut in der Gebirgsjägertruppe in Mittenwald und entschied sich für den Offiziersberuf.

Noch vor der Öffnung der Bundeswehr-Universitäten studierte er ab 1967 an der Universität Freiburg Geschichte und Politische Wissenschaften. Er beendete das Studium mit der Promotion über das Scheitern der Strategie
Hitlers im Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1973 und 1976 absolvierte er die Generalstabsausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und in Fort Leavenworth/Kansas.

Im weiteren Verlauf war Reinhardt in Kommandeurs- und Stabsverwendungen im deutschen Heer und im Bundesministerium der Verteidigung tätig, bevor ihn 1983 der damalige Verteidigungsminister Dr. Manfred Wörner  als Adjutanten in sein Vorzimmer holte. Dort lernte Reinhardt die Probleme der Sicherheits- und Verteidigungspolitik intensiv kennen.

Nach einer Verwendung als Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade kehrte Reinhardt Ende der 80er Jahre als Stabsabteilungsleiter "Planung" ins Bundesministerium der Verteidigung zurück. Dort war er u. a. für die militärische Zusammenführung der Bundeswehr und der ehemaligen Nationalen Volksarmee verantwortlich.

1990 übernahm er mit dem Kommando über die Führungsakademie der Bundeswehr die höchste Ausbildungsstätte der deutschen Streitkräfte. Er schmiedete sie zu einem strategisch-operativen Think-Tank um und öffnete die Tore für die Staaten des Ostens. Die Universität Budapest verlieh ihm dafür die Ehrendoktorwürde.

Im April 1994 baute er nach der Übernahme und Auflösung des III. Korps in Koblenz als neue Schaltstelle für die Auslandseinsätze der Bundeswehr das Heeresführungskommando auf. Als dessen Befehlshaber leitete er die
deutschen Auslandseinsätze in Somalia, in Kroatien sowie in Bosnien-Herzegowina im Rahmen der Implementation und Stabilization Force (IFOR und SFOR).

Mit der Beförderung zum Vier-Sterne-General im April 1998 wurde er Oberbefehlshaber der Alliierten Landstreitkräfte Europa Mitte (LANDCENT) in Heidelberg. Er war maßgeblich an der Strukturreform der NATO  beteiligt, die die Unterstützung von Friedensmissionen als neue und gleichberechtigte Aufgabe neben die der herkömmlichen Abschreckung potenzieller Aggressoren stellte. 

Im Oktober 1999 übernahm General Reinhardt das Kommando über die internationalen Friedenstruppen im Kosovo (KFOR). In dieser kritischen Position an der Naht zwischen Politik und Militär führte er 50.000 Soldaten aus 39 Nationen im Einsatz und dabei, wie eine britische Zeitung schrieb, als erster deutscher General seit Marschall Blücher 1813, auch britische Soldaten. Nach der Rückkehr aus dem Kosovo integrierte er die polnischen,
tschechischen und ungarischen Landstreitkräfte in die NATO.

Zum 1. April 2001 trat er in den  Ruhestand. Seit August 2002 ist er Präsident der Clausewitz -  Gesellschaft. Herr Reinhardt wohnt heute in Starnberg. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene, berufstätige Söhne (26 und 36).  Er ist Autor mehrerer Bücher und als freier Journalist tätig. Außerdem unterrichtet er in den Bereichen Politische Wissenschaften und Neuere Geschichte.